Der größte Reiz des Salzwasserangelns liegt darin, dass man nie genau weiß, was unter dem Boot oder vor der Küste auftaucht. An einem Tag sucht man in Bodennähe nach Kabeljau, am nächsten stößt man auf Schwärme von Pollack, die sich in einer Säule aufhalten, und ein anderes Mal versucht man, einen Heilbutt anzulocken, der sich in der Nähe von sandigen Untiefen aufhält. Genau deshalb ist die Wahl der richtigen Technik so wichtig. Schließlich gibt es auf See keinen einzigen universellen Köder, der in jeder Situation am besten geeignet ist.
Jede Technik hat ihren Platz auf See
Anfänger konzentrieren sich oft vor allem auf die Frage, was sie kaufen sollen: einen Pilker, einen Gummiköder oder eine klassische Spinnangel? Doch die richtige Antwort hängt nicht allein davon ab, was einem im Laden gefällt. Viel wichtiger sind die Tiefe, die Stärke der Strömung, die Drift des Bootes, die Zielfischart, die Aktivität der Schwärme und ob man vom Boot oder vom Ufer aus angelt.
Pilker, Weichplastikköder und Spinnangelausrüstung haben alle ihren Platz auf See. Pilker eignen sich für größere Tiefen und stärkere Strömungen, Weichplastikköder wirken natürlicher und locken oft selbst die vorsichtigsten Fische an, während das leichtere Salzwasser-Spinnfischen ideal ist, wenn Fische in der Wassersäule, in Ufernähe oder in flacheren Gewässern nach Futter suchen.
Überlegen Sie sich zunächst, wo und was Sie fangen möchten
Bevor du dich für einen bestimmten Köder zum Salzwasserangeln entscheidest, stelle dir ein paar grundlegende Fragen:
- Angeln Sie vom Boot aus oder vom Ufer?
- Wirst du in einem Fjord, auf offener See, entlang einer felsigen Küste oder über einem tiefen Schelf angeln?
- Möchten Sie Kabeljau in Bodennähe, Pollack in der Wassersäule, Makrelen nahe der Oberfläche fangen oder wollen Sie es mit Heilbutt versuchen?
Die Antworten auf diese Fragen entscheiden darüber, ob ein Pilker, ein Weichplastikköder oder ein Spinnköder am sinnvollsten ist.
Tiefe
In flachem Wasser brauchst du oft keinen schweren Pilker. Ein leichterer Gummiköder, ein kleinerer Jig oder ein natürlich präsentierter Spinnköder können viel besser funktionieren. Umgekehrt brauchst du in tieferem Wasser oder bei stärkerer Strömung einen Köder, der schnell sinkt und den Kontakt zum Grund hält.
Strömung und Bootsdrift
Auf See muss man nicht nur die Tiefe, sondern auch die Wasserbewegung und die Drift des Bootes berücksichtigen. Selbst ein Köder, der unter ruhigen Bedingungen gut funktionieren würde, kann bei starker Drift zu leicht sein. Sobald man den Kontakt zum Köder verliert, verliert man auch das Gefühl für den Grund, die Bisse und die Bewegung des Köders selbst.
Zielfische
Kabeljau hält sich oft in der Nähe des Grundes oder direkt am Grund auf. Pollack und Schwarzer Kabeljau jagen möglicherweise auch weiter oben in der Wassersäule. Makrelen schwimmen oft in größeren Schwärmen und reagieren auf ein schnelleres Einholen. Heilbutt erfordert eine geduldigere Herangehensweise, schwereres Angelgerät und einen Köder, der so geführt wird, dass er den Fisch sowohl in Bodennähe als auch darüber anlocken kann.
Die Erfahrung eines Anglers
Das Pilk-Angeln ist für Anfänger leicht zu verstehen, da der Köder schnell den Grund erreicht und deutlich zeigt, was unter dem Boot vor sich geht. Weichplastikköder sind jedoch in der Regel weniger anstrengend im Einsatz und wirken oft natürlicher. Das leichte Schleppangeln erfordert hingegen eine aktivere Suche nach Fischen und ein besseres Gespür für den Angelplatz. Deshalb ist es ratsam, einfach anzufangen und die Technik nach und nach zu erweitern.
Pilker – Ein Klassiker für Tiefe und stärkere Strömungen
Ein Pilker ist ein Metallköder für das Salzwasserangeln, der vor allem beim Bootsangeln zum Einsatz kommt. Er ist schwer, sinkt schnell auf den Grund und ermöglicht es dir, in größeren Tiefen und bei stärkeren Strömungen zu angeln. Genau deshalb ist er einer der bekanntesten Köder für das Salzwasserangeln, insbesondere beim Angeln auf Kabeljau und andere am Grund lebende Fische.
Der Pilker ist praktisch, langlebig und einfach zu handhaben. Man lässt ihn auf den Grund sinken, holt ihn ein Stück zurück und führt ihn durch Bewegungen der Rute oder der Rolle. Der Köder schwingt im Wasser, reflektiert das Licht und ähnelt einem verletzten Fisch oder einer anderen leichten Beute.
Wann man einen Pilkr wählt
Ein Pilkr ist vor allem dann sinnvoll, wenn man den Köder schnell auf den Grund bringen und den Kontakt zu ihm aufrechterhalten muss.
Er eignet sich besonders für:
- tiefere Gewässer
- bei stärkerer Strömung
- beim Grundangeln auf Dorsch
- bei der Suche nach Fischen unter dem Boot
- wenn man schnell herausfinden muss, was in der Wassersäule vor sich geht
- in Gebieten, in denen leichtere Köder zu stark von der Strömung mitgerissen werden
Bei Ihrem ersten Angelausflug auf See ist ein Pilker gerade deshalb sehr nützlich, weil er unkompliziert ist. Er hilft Ihnen dabei, die Tiefe, die Stärke der Strömung und die Beschaffenheit des Meeresbodens einzuschätzen. Wenn Sie sich an einem unbekannten Ort befinden, kann ein Pilker ein guter erster Schritt sein.
So benutzt du einen Pilker
Der häufigste Fehler ist, ihn zu aggressiv zu rucken. Du musst den Pilker nicht ständig scharf und hoch rucken. Oft reicht es aus, den Köder auf den Grund sinken zu lassen, ihn leicht anzuheben, ihn mit kurzen Bewegungen zu führen und den Kontakt aufrechtzuerhalten. Fische beißen manchmal an, wenn der Köder sinkt, manchmal, wenn er zum Stillstand kommt, oder knapp über dem Grund.
Wenn Sie auf Kabeljau angeln, ist es oft sinnvoll, nah am Grund zu bleiben. Wenn der Fischfinder oder Bisse darauf hindeuten, dass weiter oben in der Wassersäule Aktivität herrscht, können Sie den Pilker allmählich anheben und in verschiedenen Tiefen fischen. Auf offener See ist es keine gute Idee, sich nur an eine einzige Einholmethode zu halten.
Vorteile des Pilkers
Der Pilker ist robust, lässt sich gut auswerfen und einholen, sinkt schnell und hält auch raueren Bedingungen stand. Er eignet sich für tieferes Wasser, größere Fische und Situationen, in denen man einen klaren Kontakt zum Köder aufrechterhalten muss. Außerdem kann er oft sogar nach einem Aufprall auf felsigen Grund wiederverwendet werden, solange man nicht die gesamte Montage verliert.
Nachteile des Pilks
Das Pilk-Angeln kann körperlich anstrengend sein, besonders wenn man den ganzen Tag mit schweren Ködern in großen Tiefen arbeitet. Der Pilk kann manchmal auch zu aggressiv wirken, vor allem wenn die Fische vorsichtig sind oder man in flacherem Wasser angelt. In solchen Situationen kann ein natürlicher aussehender Gummiköder effektiver sein.
Gummiköder und Shads – natürlichere Bewegung und weniger anstrengendes Angeln
Weichplastikköder, oft als Shads bezeichnet, gehören zu den vielseitigsten Optionen beim Salzwasserangeln. Im Gegensatz zu Pilkern setzen sie nicht ausschließlich auf metallische Blitze und abrupte Bewegungen; stattdessen bewegen sie sich sanfter und natürlicher. Ein gut ausgewählter Gummiköder kann einen kleinen Fisch imitieren, der sich in Bodennähe oder in der Wassersäule bewegt, und lockt oft sogar Fische an, die auf einen schweren Pilker nicht reagieren.
Weichplastikköder sind vor allem deshalb beliebt, weil sie aktives Angeln ermöglichen, ohne körperlich so anstrengend zu sein wie der Einsatz eines schweren Pilkers. Mit dem richtigen Jigkopf oder Gewicht können Sie die gewünschte Tiefe erreichen und den Köder dennoch natürlich bewegen lassen.
Wann man einen Gummiköder wählen sollte
Ein Gummiköder ist sinnvoll, wenn Sie dem Fisch einen natürlicheren Biss bieten und gleichzeitig den aktiven Kontakt zum Köder aufrechterhalten möchten.
Sie eignen sich besonders für:
- Kabeljau
- Seelachs
- Heilbutt
- in mittleren Tiefen
- für langsamere Drifts
- wenn die Fische nicht auf kräftigere Jigging-Bewegungen reagieren
- wenn man den Köder sanfter und natürlicher führen möchte
Ein Weichplastikköder ist auch eine ausgezeichnete Wahl, wenn Sie gezielter auf größere Fische angeln. Ein größerer Shad kann einen schönen Kabeljau, Heilbutt oder Seelachs anlocken, während kleinere Fische ihn eher in Ruhe lassen als einen kleineren Köder.
So führen Sie einen Gummiköder auf See
Bei Gummiködern funktioniert ein langsameres und bedächtigeres Einholen oft am besten. Lassen Sie den Köder auf den Grund sinken, heben Sie ihn ein paar Meter an und lassen Sie ihn arbeiten, während sich das Boot bewegt oder Sie die Rute sanft anheben. Ein Biss kann auftreten, während der Köder sinkt, wenn er zum Stillstand kommt oder während er langsam eingeholt wird.
Beim Angeln auf Heilbutt lohnt es sich oft, den Köder in Bodennähe zu führen, jedoch nicht immer direkt auf dem Grund. Der Fisch kann auch zuschlagen, wenn der Gummiköder aufsteigt oder kurz innehält. Bei Pollack und Schwarzem Kabeljau hingegen kann es effektiv sein, den Köder höher in der Wassersäule zu führen, insbesondere wenn die Fische aktiv auf Futtersuche sind.
So wählst du Größe und Gewicht des Köders
Es geht nicht nur um die Größe des Fisches, den man fangen möchte. Das Gewicht muss auf die Tiefe, die Strömung und die Drift abgestimmt sein. Ein zu leichter Köder erreicht die richtige Zone nicht; ein zu schwerer Köder bewegt sich möglicherweise unnatürlich. Deshalb lohnt es sich, mehrere Gewichte zur Hand zu haben und diese je nach den Bedingungen anzupassen.
Die Farbe ist wichtig, sollte aber nicht im Vordergrund stehen. Viel wichtiger ist, dass sich der Köder in der richtigen Tiefe befindet, sich natürlich bewegt und unter Ihrer Kontrolle steht. Erst dann ist es sinnvoll, die Farbe je nach Wasserklarheit, Lichtverhältnissen und Fischaktivität anzupassen.
Vorteile von Weichplastikködern
Weichplastikköder sehen natürlich aus, lassen sich langsam oder aggressiv führen und sind oft weniger anstrengend im Einsatz als schwere Jigköpfe. Sie ermöglichen eine subtilere Präsentation und eignen sich gut für Fische, die in Bodennähe oder in der Wassersäule nach Beute jagen. Sie eignen sich hervorragend, wenn man nicht einfach nur die Tiefen „abklopfen“, sondern tatsächlich an der Präsentation feilen möchte.
Nachteile von Gummiködern
Gummiköder sind anfälliger für Beschädigungen. Scharfe Zähne, Felsen oder schlechte Haken setztechniken können sie schnell zerreißen. Bei falscher Wahl des Gewichts kann man zudem leicht den Kontakt zum Köder verlieren. Bei starker Strömung oder in großen Tiefen ist ein Pilker möglicherweise praktischer.
Salzwasser-Spinnangeln – Aktive Fischsuche in Ufernähe und in der Wassersäule
Wenn wir vom Salzwasser-Spinnfischen sprechen, muss das nicht unbedingt nur das schwere Angeln vom Boot aus bedeuten. Salzwasser-Spinnfischen kann sowohl das aktive Angeln von Felsen, Molen oder der Küste aus als auch das leichtere Angeln vom Boot aus in einem Fjord oder in flacheren Gewässern umfassen. Je nach Zielfisch kommen kleinere Pilker, Wobbler, Blinker, Weichköder, Jigs oder andere Köder zum Einsatz.
Das Spinnfischen ist die aktivste der drei Methoden. Man wartet nicht einfach unter dem Boot, sondern sucht nach Fischen, bearbeitet verschiedene Stellen, variiert die Einholgeschwindigkeit und reagiert auf die Bewegungen von Fischschwärmen.
Wann man sich für das Trolling im Meer entscheiden sollte
Das Trolling im Salzwasser ist am sinnvollsten, wenn Fische aktiv nach Nahrung suchen oder in Reichweite bleiben.
Es eignet sich besonders für:
- vom Ufer aus
- in flacheren Fjorden
- in der Nähe von Felsvorsprüngen
- rund um Molen und Hafenanlagen, sofern dort das Angeln erlaubt ist
- auf Makrelen
- auf Pollack
- auf Kabeljau in flacheren Gewässern
- beim Angeln in der Wassersäule oder nahe der Oberfläche
Wenn Sie Aktivität an der Oberfläche beobachten – kleine Fische, Möwen oder Fische, die Beute jagen –, ist das Spinnfischen möglicherweise die beste Wahl. In solchen Momenten ist es reine Verschwendung, einen schweren Pilker in Bodennähe zu lassen, wenn die Fische ganz woanders auf Futtersuche sind.
So führt man einen Spinnerbait
Beim Spinnfischen auf See ist es wichtig, den Einholrhythmus zu variieren. Manchmal funktioniert ein schnelles Einholen, manchmal eine unterbrochene Bewegung, bei der man den Köder absinken lässt, oder das Einholen knapp über dem Grund. Fische auf See reagieren oft auf eine Rhythmusänderung. Ein Biss kann genau dann kommen, wenn der Köder langsamer wird, stehen bleibt oder zu sinken beginnt.
Beim Angeln vom Ufer aus lohnt es sich, das Gewässer systematisch abzufischen. Werfen Sie nicht immer wieder an dieselbe Stelle. Beginnen Sie näher am Ufer, arbeiten Sie sich seitlich nach außen vor, variieren Sie die Tiefe, in der Sie den Köder einholen, und beobachten Sie, wo Sie einen Biss bekommen. Auf offener See können sich Fischschwärme schnell bewegen, daher ist ein aktives Einholen oft ein großer Vorteil.
Vorteile des Salzwasser-Spinnens
Das Spinnfischen macht Spaß, ist aktiv und eignet sich sogar für Angler, die nicht den ganzen Tag auf einem Boot verbringen möchten. Es ermöglicht das Angeln vom Ufer, von einem Steg, von Felsen oder von einem kleinen Boot aus. Es eignet sich gut für Fische, die in der Wassersäule oder nahe der Oberfläche fressen, und sorgt oft für rasante Action.
Nachteile des Salzwasser-Spinnens
Leichtere Köder sind für große Tiefen oder starke Strömungen nicht ideal. Befinden sich die Fische in 100 Metern Tiefe in Bodennähe, ist ein Pilker oder ein schwererer Weichplastikköder wesentlich praktischer. Beim Angeln vom Ufer aus müssen Sie zudem die Sicherheit des Standorts, die Gezeiten, rutschige Felsen und den Zugang zum Wasser sorgfältig abwägen.
Was ist also am besten: ein Pilker, ein Weichplastikköder oder ein Spinnköder?
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Technik |
Wann man ihn wählen sollte |
Wo er am besten funktioniert |
Für welche Fische eignet er sich am besten |
Hauptvorteil |
Was zu beachten ist |
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Pilker |
Wenn der Köder schnell auf den Grund gebracht werden muss und der Kontakt auch in größeren Tiefen oder bei stärkerer Strömung aufrechterhalten werden soll |
Boot, tieferes Wasser, stärkere Strömung |
Kabeljau, Leng, größere Grundfische, manchmal sogar Schellfisch oder Pollack |
Hält auch in der Tiefe guten Kontakt |
Kann bei der Anwendung anstrengend sein und in flacherem Wasser unnötig hart wirken |
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Weichplastikköder / Shad |
Wenn Sie eine natürlichere Bewegung und ein langsameres Einholen wünschen als mit einem Pilker |
Fjorde, Untiefen, Kanten, der Grund und die Wassersäule |
Kabeljau, Pollack, Schellfisch, Heilbutt |
Eine sanftere und natürlichere Präsentation |
Bei falschem Gewicht geht der Kontakt zum Köder schnell verloren |
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Salzwasser-Spinnangeln |
Wenn Fische aktiv in der Wassersäule, nahe der Oberfläche oder in Ufernähe nach Beute suchen |
Küste, Felsen, Molen, flacheres Wasser |
Makrele, Seelachs, Kabeljau in flacheren Gewässern, Schellfisch |
Aktives und unterhaltsames Angeln, auch vom Ufer aus |
Nicht geeignet für tiefes Wasser oder starke Strömungen |
Das Salzwasserangeln ist gerade deshalb so abwechslungsreich, weil es einen zwingt, sich anzupassen. Tiefe, Strömung, Licht, Wind, Drift und die Aktivität der Fische können sich alle innerhalb eines einzigen Tages ändern. Wenn man eine Vielzahl von Optionen mitbringt und darüber nachdenkt, warum man eine bestimmte Technik einsetzt, steigen die Erfolgschancen erheblich.
Egal, ob du einen schweren Pilker tief jiggst, einen großen Shad-Köder am Grund führst oder einen leichteren Köder von den Felsen aus auswirfst – eines gilt immer: Das Wichtigste ist nicht der Köder selbst, sondern ob du ihn an die richtige Stelle bringst und so führst, dass der Fisch einen Grund zum Anbeißen hat.
