Mais ist einer der einfachsten und zuverlässigsten Angelköder. Er eignet sich für Karpfen, Brassen, Schleien, Graskarpfen und andere nicht-räuberische Fische, und man findet ihn praktisch überall. Aber nicht jeder Mais ist gleich. Wann ist es besser, zu einer Dose zu greifen, und wann sollte man stattdessen eine größere Menge getrockneten Mais selbst zubereiten? Und wie bereitet man ihn so zu, dass er weich ist, seine Form gut behält und sich auch zum Füttern eignet?
Warum Mais beim Angeln immer noch funktioniert
Mais ist kein moderner Wunderköder, und genau darin liegt seine größte Stärke. Er hat eine leuchtend gelbe Farbe, sodass Fische ihn am Grund leicht erkennen können, und er verfügt über einen von Natur aus süßen Geschmack und Duft.
Er eignet sich besonders gut beim Karpfenangeln, ist aber keineswegs auf das Karpfenangeln beschränkt. Brassen, Schleien, Karauschen, Döbel und Graskarpfen beißen zuverlässig darauf an. Je nach Montage eignet er sich für das Feederangeln, das Posenangeln und das klassische Grundangeln.
Ein weiterer großer Vorteil ist der Preis. Vor allem, wenn man eine große Menge an Grundfutter benötigt, ist Mais unvergleichlich günstiger als Boilies oder Pellets.
Mais aus der Dose oder getrockneter Mais?
Beide Varianten haben am Wasser ihre Berechtigung. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der einfachen Zubereitung, dem Preis, der Härte der Körner und der Menge, die man jeweils benötigt.
Mais aus der Dose
Gewöhnlicher Zuckermais aus der Dose ist die einfachste Option. Einfach öffnen und schon kann es losgehen. Die Körner sind wunderbar weich, süß und haben ein sehr charakteristisches Aroma.
Das werden Sie vor allem in folgenden Situationen zu schätzen wissen:
- Bei kurzen Ausflügen ans Wasser
- Als Köder, direkt auf den Haken gespießt
- Beim Angeln mit einem Futterkorb oder einem Schwimmer
- Wenn du nur eine kleine Menge Köder verwendest
- Wenn Sie keine Zeit mit der Vorbereitung verschwenden möchten
Der größte Nachteil ist, wie bereits erwähnt, seine Weichheit. Kleinere Weißfische können ihn relativ schnell vom Haken ziehen, und bei einem besonders kräftigen Wurf bleibt das Maiskorn nicht immer zuverlässig am Haken. Allerdings ist Mais aus der Dose für das Feeder- oder Posenfischen außerordentlich praktisch, da man bei einem typischen Angelausflug einfach keine Kilogramm Köder mit sich herumschleppen muss.
Getrockneter Mais
Trockenfeed ist härter, etwas größer und beim Kauf in Großpackungen deutlich günstiger. Allerdings musst du vor dem Angeln etwas Zeit für die Vorbereitung aufwenden.
Er ist vor allem in den folgenden Situationen sinnvoll:
- Bei längeren Karpfenangeltouren
- Für die Fütterung größerer Flächen
- Wenn Sie gezielt härtere Körner am Haken benötigen
- Für das selektivere Angeln auf größere Fische
- Wenn Sie Ihre eigene Grundfuttermischung anrühren
Behandeln Sie Trockenmais jedoch niemals als gebrauchsfertiges Produkt, das Sie einfach aus dem Beutel schöpfen und direkt ins Wasser schütten können. Vor jeder Verwendung müssen Sie ihn immer gründlich einweichen und kochen.
So bereiten Sie Trockenmais Schritt für Schritt zu
Die Zubereitung selbst ist nicht kompliziert, aber Sie müssen frühzeitig damit beginnen.
1. Spülen Sie den Mais ab
Überprüfen Sie zunächst kurz den getrockneten Mais und sortieren Sie beschädigte oder schimmlige Körner aus. Spülen Sie ihn anschließend mit sauberem Wasser ab, um Staub und kleine Schmutzpartikel zu entfernen. Achten Sie von Anfang an darauf, einen ausreichend großen Behälter zu verwenden. Der Mais nimmt beim Einweichen erheblich an Volumen zu, daher ist ein kleiner Topf oder Eimer, der bis zum Rand gefüllt ist, definitiv nicht ideal.
2. Mindestens über Nacht einweichen lassen
Bedecke den Mais mit reichlich Wasser und lass ihn etwa 24 bis 48 Stunden einweichen. Das Wasser sollte immer einige Zentimeter über den Körnern stehen, da der Mais es nach und nach aufnimmt. Während dieses Vorgangs beginnen die Körner weich zu werden und sich auszudehnen. Sollte der Wasserstand im Behälter deutlich sinken, füllen Sie einfach etwas Wasser nach.
3. Den Mais kochen
Nach dem Einweichen kochst du den Mais direkt in demselben Wasser. Als grobe Richtlinie gilt eine Garzeit von etwa 30 bis 60 Minuten, doch die genaue Zeit hängt immer von der jeweiligen Maissorte, der Größe der Körner und der Gesamt-Einweichzeit ab.
Verlassen Sie sich also nicht ausschließlich auf die Zeitschaltuhr. Nehmen Sie ab und zu ein paar Körner heraus und drücken Sie sie zwischen Ihren Fingern zusammen. Der gekochte Mais sollte prall und zart sein, darf aber auf keinen Fall zu Brei zerfallen. Wenn die Mitte des Korns noch hart und trocken ist, lassen Sie den Topf noch etwas länger köcheln.
4. In der Kochflüssigkeit abkühlen lassen
Du musst den gekochten Mais nicht sofort nach dem Ausschalten des Herdes abgießen. Lass ihn ruhig langsam direkt in dem Wasser abkühlen, in dem er gekocht wurde. Die dabei entstehende Kochflüssigkeit ist reich an Stärke und anderen nützlichen Stoffen, die aus den Körnern freigesetzt wurden, sodass Sie sie sinnvoll nutzen können, zum Beispiel zum Befeuchten von trockenem Feed. Außerdem wird der Mais beim allmählichen Abkühlen noch weicher und nimmt einen Teil der Flüssigkeit wieder auf.
So erkennen Sie, ob der Mais richtig zubereitet ist
Richtig zubereitete Körner erfüllen mehrere grundlegende Kriterien. Sie müssen:
- sichtbar aufgequollen
- im Inneren gründlich durchfeuchtet
- ausreichend weich
- aber gleichzeitig noch fest genug, um sicher an einem Haken oder an einem Haarvorfach zu halten
Man muss sie keineswegs um jeden Preis zu breiigem, weichem Dosenmais verarbeiten. Wenn man sie hauptsächlich zum intensiven Füttern oder als Köder unter dem Haken verwenden möchte, ist eine etwas festere Konsistenz sogar ein großer Vorteil.
Wenn die Körner sofort zerbröckeln, wenn man sie sanft zwischen den Fingern zusammendrückt, hat man sie zu lange gekocht. Man kann sie zwar problemlos als Köder in einer Feed-Auslage verwenden, doch halten sie an einem Rig nicht gut, wenn sie als eigenständiger Köder eingesetzt werden.
Wann Dosenmais besser ist
Getrockneter Mais ist definitiv nicht automatisch besser, nur weil man ihn selbst zubereitet. In vielen Situationen ist eine normale Dose die weitaus praktischere Wahl.
Für einen kurzen Angelausflug
Wenn du nur für zwei oder drei Stunden ans Wasser fährst, macht es keinen Sinn, am Vortag einen ganzen Eimer Grundfutter zu kochen. Eine Dose reicht problemlos sowohl für den Köder am Haken als auch für eine kleine Menge Grundfutter an deinem Angelplatz.
Für einen leichteren Feeder
Beim feinen Angeln auf Brassen, Schleien oder kleinere Karpfen eignet sich weicher Zuckermais hervorragend. Man kann ein einzelnes Korn direkt auf den Haken fädeln oder es geschickt mit Fleischwürmern kombinieren. Bei einem Method-Feeder bilden ein oder zwei Körner einen einfachen Köder, der einen schönen Kontrast zur Feeder-Mischung oder zu den Mikro-Pellets bildet.
Wenn du nur den Köder brauchst
Wenn Sie hauptsächlich mit Pellets, Boilies oder losem Grundfutter füttern und Mais ausschließlich am Haken verwenden möchten, müssen Sie keine Zeit damit verbringen, große Mengen trockener Maiskörner vorzubereiten und zu kochen.
Wann sich trockener Mais lohnt
Die trockene Variante ist am sinnvollsten, wenn Sie Mais auch als Grundfutter verwenden möchten.
Für das Füttern in größerem Umfang
Der Kauf von Dosen im Dutzend würde schnell teuer werden, wenn Sie mehrere Kilogramm verbrauchen. Trockener Mais ist deutlich kostengünstiger, und Sie können problemlos genug auf einmal kochen, um einen ganzen mehrtägigen Angelausflug damit zu bestreiten.
Wenn du einen festeren Köder möchtest
Gekochter Feed-Mais ist spürbar fester als süßer Mais aus der Dose. Dadurch hält er bei einem Hair-Rig viel besser am Haken, und kleine Weißfische können ihn nicht so leicht zerpflücken. Das werden Sie besonders zu schätzen wissen, wenn Sie lange auf einen Biss von größeren Karpfen oder Graskarpfen warten.
Wenn Sie ihn mit anderen Partikeln kombinieren möchten
Mais lässt sich perfekt mit Hanf, Weizen, Raps, Erbsen und anderen Getreidesorten kombinieren. So entsteht eine abwechslungsreiche Futterstelle, an der die Fische gerne lange Zeit nach einzelnen Bissen suchen. Aber übertreibe es nicht. Das Ziel ist nicht, den Grund mit einer Unmenge an Futter zu bedecken, sondern die Fische an Ort und Stelle zu halten und sie dazu anzuregen, eifrig weiter zu fressen.
So setzt man Mais ein
Es gibt mehrere einfache Möglichkeiten, Mais unter Wasser zu präsentieren.
Direkt am Haken
Die einfachste Methode ist, ein oder zwei Körner direkt auf den Haken zu fädeln. Dabei muss die Hakenspitze jedoch immer frei bleiben. Wenn Sie sie vollständig mit Mais bedecken, verringern Sie Ihre Chancen auf einen erfolgreichen Anhieb. Bei kleineren Haken reicht in der Regel ein einzelnes Korn aus.
Am Vorfach
Beim Angeln auf Karpfen und größere Fische eignet sich Mais hervorragend, wenn er an einem Vorfach unterhalb des Hakens angebracht wird. So bleibt der Haken selbst vollständig frei, sodass der Fisch ihn sicher in sein Maul ziehen kann, wenn er den Köder nimmt. Sie können zwei bis mehrere Maiskörner gleichzeitig am Vorfach anbringen oder Mais mit einem anderen Köder kombinieren.
Mais und Würmer
Die Kombination aus Mais und Fleischwürmern ist eine einfache, aber unglaublich effektive Taktik für Brassen, Schleien und Karpfen. Die leuchtend gelben Körner dienen als hervorragender optischer Anreiz, und die Würmer verleihen dem Köder die dringend benötigte Bewegung. Zudem funktionieren ähnliche Kombinationen hervorragend bei Fischen mit einer abwechslungsreichen Ernährung – eine Plötte beispielsweise nimmt Mais genauso gerne an wie Insekten, Regenwürmer oder andere natürliche Beute.
Lohnt es sich, den Mais zu aromatisieren?
Das geht zwar, ist aber nicht notwendig. Mais riecht und schmeckt von sich aus schon gut genug. Wenn du experimentieren möchtest, gib ein süßes, würziges oder fruchtiges Aroma zum Einweichen hinzu, aber übertreibe es nicht mit der Intensität.
Sie können auch versuchen, den gekochten Mais in zwei Portionen aufzuteilen und nur eine davon zu aromatisieren – am Biss werden Sie sofort erkennen, welche besser funktioniert. Außerdem schneidet an stark befischten Stellen oft der naturbelassene Mais besser ab als stark aromatisierte Köder.
So lagern Sie Mais
Bereite im Idealfall nur so viel gekochten Mais zu, wie du innerhalb weniger Tage verbrauchen wirst. Sobald er abgekühlt ist, bewahre ihn in einem verschlossenen Behälter an einem kühlen Ort auf. Wenn du ihn nicht sofort verwendest, teile ihn vorher in kleinere Portionen auf und friere ihn ein. Nach dem Auftauen kannst du ihn problemlos sowohl als Köder als auch als Grundfutter verwenden. Sobald der Mais anfängt zu schimmeln, einen unangenehmen Geruch entwickelt oder du dir über seinen Zustand unsicher bist, solltest du ihn am besten gar nicht erst mit ans Wasser nehmen.
Welche Fische reagieren auf Mais
Mais wird meist mit Karpfen in Verbindung gebracht, seine Einsatzmöglichkeiten sind jedoch viel vielfältiger.
- Karpfen – Mais ist ein klassischer Karpfenköder und Grundfutter. Man kann ihn pur, in einer Partikelmischung oder in Kombination mit Boilies und Pellets verwenden.
- Graskarpfen – Süßer, pflanzlicher Köder ist auch sinnvoll, wenn man gezielt auf Graskarpfen angelt. Man kann ein paar Körner am Vorfach verwenden und auch Mais an der Futterstelle auslegen.
- Brassen und Schleien – Bei Brassen und Schleien reichen oft schon ein oder zwei weiche Körner aus. Besonders beim Einsatz eines Feeders ist Mais gut sichtbar und hält länger am Haken als manche empfindlicheren Köder.
- Barbe – Mais kann auch beim Angeln auf Barben gut funktionieren, insbesondere in Gewässern, in denen die Fische daran gewöhnt sind. In fließendem Wasser wirst du es zu schätzen wissen, dass ein richtig beködertes Maiskorn recht gut am Haken hält.